Was ist Aspartam? Ein süßes Gift oder unbedenklich?

Was ist Aspartam

Die einen lieben es, die einen verteufeln es.

Was ist Aspartam und wo wird es überall eingesetzt? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Ist der Stoff unbedenklich oder ein süßes Gift?

Die Antworten findest du hier.

Was ist Aspartam?

Der ziemlich umstrittene künstliche Süßstoff E951 Aspartam wird als Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt und kommt mittlerweile in vielen Lebensmitteln vor.

Aspartam sind Kristalle, die von unseren Rezeptoren auf der Zunge als besonders süß wahrgenommen werden. Er ist um ca. 200 Mal süßer als der normale Haushaltszucker. Das heißt mit einer sehr geringen Menge, kann schon eine hohe Süßkraft erreicht werden.

Die erlaubte Tagesdosis beträgt 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

Wie wurde es endteckt?

Aspartam wurde im Jahr 1965 von dem Chemiker James Schlatter durch einen Zufall im Labor entdeckt. Bis zum Jahr 1981 wurde an dem Stoff herumgeforscht und diskutiert, ob er in Lebensmitteln verwendet werden darf.

Es sollte sichergestellt werden, dass der süße Stoff keine Nebenwirkungen auslöst. Erst seit 1983 wurde erlaubt, den Stoff als Zusatz in Kohlensäurehaltigen Getränken zu verwenden und seit 1993 auch als Zusatz in anderen Lebensmitteln.

Herstellung Aspartam

Bakterien stellen in Laboren die zwei Aminosäuren Asparagin und Phenylalanin her. In Reagenzgläsern wachsen und vermehren sich die Bakterien unter reichlich Fütterung mit warmem Wasser und Glucose, aber auch Essigsäure und Alkohol.Aspartam Herstellung

Die Produzierten Aminosäuren werden durch Zentrifugen auf physikalischem Weg von den Bakterien getrennt und anschließend getrocknet.

Im weiteren Prozess wird Aspartam über viele Stunden gerührt und anschließend mit Essigsäure und Stickstoff abgekühlt. Das kristalline Endprodukt wird gefiltert und getrocknet und als Pulver ist es reines Aspartam, welches beispielsweise an Nahrungsmittelproduzenten verkauft wird.

Durch die Herstellung wird schnell klar: Aspartam liefert dem Körper außer Süße keine einzigen wichtigen Nährstoffe.

Wie wird Aspartam verstoffwechselt?

Aspartam ist ein Dipeptid und wird von unseren Verdauungsenzymen (speziell den Peptidasen) aufgespalten.

Die Spaltung in die zwei Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure erfolgt unter anderem mit der Freisetzung sehr geringer Mengen Methanols.

Das ist aber nicht weiter schlimm, denn bei der Verdauung von Obst und Gemüse wird auch eine sehr geringe und unbedenkliche Menge, dieses sonst sehr giftigen Stoffes produziert.

Warum schmeckt Aspartam süß?

Aspartam ist ungefähr 200-mal süßer als der normale Haushaltszucker und wird auch deshalb in geringeren Mengen verwendet.

Wir Menschen empfinden Aspartam als süß, aber nicht alle Lebewesen haben diese Geschmacksempfindung. Wer schon einmal reinen Süßstoff, wenn auch nur eine Messerspitze abgeschleckt hat, der weiß, wie unglaublich süß das Zeug ist.

Aspartam ist ganz einfach deswegen süß, weil es an unsere Geschmacksrezeptoren bindet und dadurch Süße signalisiert.

Vor allem der Geschmack nach Süßem wird in vielen Lebewesen schon von klein auf sehr stark ausgeprägt. Der süße Geschmack wird meist mit süßen Früchten und energiereichen Lebensmitteln assoziiert, der das Überleben sichert.

Ist Aspartam kalorienfrei?

Aspartam KalorienInteressant ist, dass Aspartam etwa dieselbe Menge an Energie in Form von Kalorien liefert wie Zucker, aber um ein Vielfaches süßer ist.

Das Süßungsmittel ist wie schon erwähnt 180-mal bis 200-mal so süß wie Zucker und daher wird auch nur ein Bruchteil von ihm zum Süßen von Lebensmitteln benötigt. Genau deshalb lässt sich der Energiegehalt des Produkts im Vergleich zu jenem mit Zucker stark senken.

Als Beispiel backen wir einen imaginären Kuchen mit 180 Gramm Zucker. Nun nehmen wir an, dass wir den Zucker einfach austauschen können durch Aspartam (was in der Realität natürlich nicht so funktioniert, da Zucker natürlich andere Eigenschaften als nur das Süßen hat und dem Kuchen auch einen Teil seiner Masse gibt).

Statt 180 Gramm Zucker, welche 720 Kilokalorien liefern benötigen wir nun nur 1 Gramm Aspartam, um dieselbe Süße zu erreichen. Dieses eine Gramm hat in etwa 4 Kilokalorien, wir ersparen uns also rein theoretisch 616 Kilokalorien, etwa die Energie, die eine gesamte Hauptmahlzeit ausmacht.

ABER......

Es wurde festgestellt, dass Tiere, welche Süßstoffe im Futter haben, schneller zunehmen als die Tiere, welche das Futter ohne Süßstoffe fressen. Obwohl das Futter gleich viel Kalorien hatte.

Klingt komisch, ist aber so. Es ist bei Tieren ein wunderbares Mittel zum Dick werden, wie der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer im unten angeführten Video erklärt. 

Man hat herausgefunden, dass Tiere welche Süßstoffe bekommen aus irgendeinem Grund die Körpertemperatur etwas runterfahren. Das hat zur Folge, dass weniger Energie benötigt wird, um die Temperatur zu halten. Diese gesparte Energie wird stattdessen in Fett eingelagert.

Weiteres hat man festgestellt, dass ein Teil von Personen bei gewissen Süßstoffen Insulin ausschütten, weil der Körper eine Zuckerparty erwartet. Der erwartete Zucker kommt bei künstlichen Süßstoffen aber nicht. In Folge dessen sinkt der Blutzuckerspiegel stark ab und es entsteht der Heißhunger!

Wie schädlich ist Aspartam?

Es gibt zwar noch keine richtig aussagekräftige Studien an Menschen, dass Aspartam in verzehrenden Mengen gesundheitsschädlich ist, aber was nicht ist, wird vielleicht noch werden.

Udo Pollmer erklärt im Video einige Studien und kommt zum folgenden Ergebnis:

 1. Süßstoffe lösen offensichtlich mehr Hunger aus. Deshalb werden Süßstoffe auch in der Tiermast verwendet um die Tiere schnell fett und schlachtreif zu bekommen.

2. Bei Mäusen wurde festgestellt, dass Süßstoffe die Darmflora so stark veränderte, dass sie Glucoseintoleranz entwickelt haben. Also die Vorstufe von Diabetes bekommen haben.

3. Bei einer Studie mit 7 Menschen wurde das gleiche Ergebnis festgestellt.

Auf Ratten und Mäuse wirkt es nur krebserregend, wenn es in sehr hohen Dosen gefüttert wird. Jedoch sind die verabreichten Mengen so hoch, dass im normalen Alltag diese Mengen nie verzehrt werden könnten.

Ob das Zeug langfristige negative Auswirkungen haben kann, besonders auch auf unseren Darm, weiß man leider noch nicht so richtig.

Aber abgesehen davon, dass nur unsere Zunge mit der Süße von Aspartam etwas anfangen kann, so ist es für den restlichen Körper nutzlos oder sogar schädlich.

Was weiß man?

Neben all den wissenschaftlichen Absicherungen bleibt aber ein wichtiges Thema zu besprechen und dieses hat mit dem Menschen, seiner Psyche und Konditionierung zu tun. Wir Menschen mögen Süßes ziemlich gern.

Die Diskussion, dass kleine Kinder, die schon sehr früh süße Lebensmittel konsumieren, welche gezuckert oder anders gesüßt wurden, ist im Gange.Ist Aspartam schädlich

Es ist mittlerweile bekannt, dass eine gewisse Ernährung im Kleinkindalter dafür sorgt, dass wir später auch mehr auf süße Lebensmittel zurückgreifen und regelrecht süchtig nach Zucker sind.

Auch deshalb sollte schon bei Kleinkindern eine zuckerfreie Ernährung bevorzugt werden. 

Auch auf den Einfluss der Bakterien in unserem Darm weiß man noch zu wenig, aber dazu gleich beim Punkt Diabetes noch etwas mehr.

Aspartam ist keine allgemeine Alternative für Zucker und sollte auch nicht als eine solche betrachtet werden. Zum einen ist es unbrauchbar, wenn es um Themen wie das Backen geht, und auch in anderen Produkten ist es nicht verwendbar, einfach aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften.

Aspartam und Diabetes

Für Diabetiker ist es natürlich eine Freude, hin und wieder etwas Süßes essen zu können und sich nicht Gedanken um den Blutzuckerspiegel machen zu müssen.

Bis jetzt ist man der Meinung, dass beim Konsum von künstlichem Süßungsmittel der Blutzucker nicht beeinflusst wird. Genau deshalb wird der Stoff gerne von Diabetikern verwendet.

Derzeit wird untersucht, ob das Diabetesrisiko durch einen erhöhten Konsum an Süßstoffen erhöht werden kann. Das könnte hauptsächlich damit zusammenhängen, dass die Darmbakterien sich an den Süßstoff gewöhnen und das Milieu biochemisch verändern.

Dabei kann eine eingeschränkte Darmflora auch das Immunsystem schwächen und womöglich auch Blähungen, Kopfschmerzen und anderen Krankheiten entstehen lassen.

Produkte mit Aspartam

Aspartam E951 könnte zum Beispiel in folgende Produkte enthalten sein:

  • Softdrinks und Erfrischungsgetränke
  • Süßwaren
  • Backwaren
  • Lutschbonbon
  • Marmeladen
  • Soßen
  • Milchprodukten
  • Frühstücksflocken
  • Kaugummis
  • Fertiggerichte

Um sicher zu gehen, solltest du immer die Zutatenliste durchlesen. 

Die negativen 10

Aspartam hat viel mehr Nachteile als Vorteile. Deshalb solltest du meiner Meinung auch darauf verzichten. Die wichtigsten Nachteile hier zusammengefasst:

1. Zurzeit gibt es einige umstrittene Studien und welche langfristigen Auswirkungen Süßstoffe auf unseren Körper haben, besonders auf unsere Darmflora ist noch nicht klar.

2. Der Einfluss auf den Darm könnte womöglich auch bei der Entstehung von Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2 eine Rolle spielen.

3. Das Zeug ist also unsicher und es gibt genügend sichere natürliche Lebensmittel als Zuckeralternativen. 

4. Aufgrund des Gewöhnungseffekt´s an den süßen Geschmack, kann es sein, dass der Körper generell mehr süße Produkte haben will.

5. Wie oben beschrieben, kann sich Heißhunger entwickeln und man nimmt deshalb an Gewicht zu.

6. Die Produkte, in denen Süßungsmittel enthalten sind, sind meist stark verarbeitet und ohnehin nicht gesundheitsfördernd.

7. Je mehr Süßstoffe du verzehrst, umso weniger süß wirst du irgendwann Obst finden. Obst wird langweilig und uninteressant.

8. Durch Aspartam verlierst du den Geschmack für gesundes Essen, weil sich deine Rezeptoren an den unnatürlichen süßen Stoff gewöhnen.

9. Es hat keine nützlichen Nährstoffe für den Körper, aber eine gesunde Ernährung heißt, viele gesunde Nährstoffe.

10. Die Natur gibt uns die richtige Antwort und sie agiert nie mit chemisch aufbereiteten Substanzen.

Gesunde Alternativen

Echte süße Lebensmittel wie Obst haben viele Vorteile:

  1. Sie geben den Zucker langsam ans Blut ab.
  2. Beugen Heißhunger vor.
  3. Es sind viele weitere Nährstoffe wie Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe und vieles mehr enthalten.
  4. Sie sättigen länger und sorgen dafür, dass wir nicht gleich wieder etwas Süßes essen wollen.
  5. Natürliche zuckerfreie Lebensmittel unterstützen unsere Umwelt, da sie nicht im Labor produziert werden müssen.
  6. Die Natur stellt sie uns aus einem guten Grund zur Verfügung. 
„Die Natur verstehen und danach leben, erschafft pure Lebensqualität.“
diplomierter ernährungsberater
Angermann Thomas
Inhaber

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4 Gedanken zu „Was ist Aspartam? Ein süßes Gift oder unbedenklich?“

  1. Super Informationen! Lese immer wieder gern deine Artikel.

    Aspartam steht auch im Verdacht Migräne und Cluster Kopfschmerzen auszulösen.

    Antworten
    • Hallo Caro.

      Danke für dein Feedback :).
      Kann ich mir gut vorstellen, dass bei einigen Personen sogar Kopfschmerzen ausgelöst werden.

      lg. Tom

      Antworten
  2. Cooler und informativer Artikel!

    Wieder einmal merke ich, wie wenig ich über Dinge weiß, die ich mir beinahe täglich rein ballere. Und, wie dringend ich meine Ernährung ändern muss.

    Wie wärs mal mit einer Schritt für Schritt Anleitung für Beginner, die ihre Ernährung gerne nachhaltig verändern möchten? Von viel Fleisch zu wenig Fleisch, von Heikel zu Probierfreudig, von einer impulsgetriebenen Ernährung hin zu einer gesundheitsfördernden.. Wo und wie hast du begonnen? Um was hast du dich zuerst gekümmert? Usw..

    Würde mich übelst über ein paar anwendbare Tipps von dir und deiner Erfahrung freuen.

    Antworten

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